Die Ausschreibungen für Hospitationen und das Traineeprogramm ab Juli 2026 sind ab sofort online verfügbar. Die Bewerbungsphase endet am 10. Mai 2026.
„Vielfalt stiften“ eröffnet neue Zugänge zum Stiftungswesen und stärkt Diversität dort, wo Entscheidungen getroffen und Wandel gestaltet wird.
Stiftungen sind einzigartige Einrichtungen mit großer gesellschaftlicher Handlungsfreiheit. Damit geht die Verantwortung einher, Vielfalt aktiv zu fördern. Doch die Realität zeigt: Während rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung eine Migrationserfahrung hat, liegt der Anteil im Stiftungswesen bei unter sieben Prozent, in Führungspositionen der größten Stiftungen sogar bei nur drei Prozent.
Mit dem Förderprogramm „Vielfalt stiften“ verfolgt die Deutschlandstiftung Integration (DSI) das Ziel, diese Lücke zu schließen – für ein Stiftungswesen, in dem Vielfalt in Führung, Strukturen und Entscheidungsprozessen selbstverständlich ist.
„Vielfalt stiften“ begleitet junge Menschen mit Migrationsbiografien durch Hospitationen auf ihrem Weg ins Stiftungswesen und unterstützt Stiftungen bei der Öffnung ihrer Strukturen und Prozesse.
In Kooperation mit dem DeZIM-Institut wurden fundierte Handlungsempfehlungen für eine diversitätsorientierte Personal- und Organisationsentwicklung entwickelt („Wie können wir Vielfalt stiften?“). Ein Partnernetzwerk trägt außerdem dazu bei, migrantische Repräsentation und Perspektiven systematisch im Stiftungssektor einzubinden.
Im Folgenden finden Sie zwei kurze Einstiege für die zentralen Zielgruppen des Programms: Studierende und Absolvent:innen mit Migrationsbiografien (18–35 Jahre) sowie Stiftungen jeglicher Rechtsform.
„Vielfalt stiften“ ist ein Programm der Deutschlandstiftung Integration, gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.
Die Struktur von „Vielfalt stiften“ geht auf das mehrjährige Pilotprojekt „Vielfalt im Amt“ (ViA) zurück, dessen Maßnahmen in über 15 Bundesministerien getestet wurden. Auf dieser Grundlage wurde das Programm in wissenschaftlicher Begleitung des DeZIM‑Instituts (2024–2026) und in Abstimmung mit den Stipendiat:innen weiterentwickelt.
Die neue Programmlinie (seit 2026) umfasst sechs Maßnahmen. Sie nehmen sowohl die individuellen Bedarfe der Teilnehmenden als auch die strukturellen Anforderungen des Stiftungssektors in den Blick.
Dreimonatige, vergütete Hospitationen bieten Studierenden sowie Bachelor- und Masterabsolvent:innen mit Migrationsbiografien direkte Einblicke in die Arbeit von Stiftungen. Sie erleben den Berufsalltag, knüpfen Kontakte und entdecken neue berufliche Perspektiven im Dritten Sektor.
Seminare und Workshops ergänzen die praktische Phase der Stipendiat:innen. Sie stärken fachliche und persönliche Kompetenzen, vermitteln Wissen über den Stiftungssektor und fördern berufliche Orientierung und Selbstwirksamkeit.
Eine gezielte Kommunikationsstrategie macht das Projekt sichtbar. Sie teilt die Erfahrungen der Teilnehmenden und Stiftungen und bindet migrantische Communities aktiv ein. So entsteht ein Netzwerk aus Multiplikator:innen und Vorbildern.
Alumni:ae des Programms haben die Möglichkeit, sich über die Hospitation hinaus durch Fach- und Führungskräfte aus Stiftungen und Philanthropie begleiten zu lassen. Das Mentoring unterstützt bei der weiteren Karriereorientierung.
Das Lab bietet Stiftungen einen Raum für Austausch und Beratung sowie Zugang zu bedarfsorientierten Schulungen zur diversitätsorientierten und diskriminierungskritischen Organisations- und Personalentwicklung.
Die Forenreihe besteht aus regelmäßigen Austauschformaten zwischen Stipendiat:innen, Stiftungen und Expert:innen. Die Formate stärken die Vernetzung, fördern Diversitätssensibilität und unterstützen den Transfer in die Praxis. Den Auftakt der Reihe finden Sie im folgenden Video – jetzt ansehen.
Die Programmübersicht zu „Vielfalt stiften“ gibt einen kompakten Überblick über Ziele, Aufbau und Maßnahmen. Jetzt herunterladen.
Das Förderprogramm entfaltet seine Wirkung auf vier Ebenen. Mit einem Fokus auf Bildung, Empowerment, Vernetzung und Beratung fördern wir Talente, Organisationen und den gesamten Stiftungssektor. Gemeinsam tragen diese Ebenen zur langfristigen Diversitätsorientierung im Stiftungsbereich bei.
Befähigung & Orientierung: Wir unterstützen Talente mit Migrationsbiografien dabei, ihre Potenziale zu entfalten und sich mit der Stiftungs-Community zu vernetzen. In unserer Begleitung lernen sie, Hindernisse zu überwinden und ihren beruflichen Weg im Stiftungswesen aktiv zu gestalten.
Strukturelle Veränderung: Stiftungen erhalten fundierte Einblicke in eine diversitätsorientierte Organisations- und Personalentwicklung. Unsere Empfehlungen unterstützen sie dabei, Vielfalt in Teams, Strukturen und Projekten wirksam zu stärken.
Lernen & Vernetzung: Wir bringen Akteur:innen des Sektors zu Zukunftsfragen rund um Diversität zusammen und schaffen Raum für offenen Austausch und gemeinsames Nachdenken über konkrete Veränderungsbedarfe im Stiftungswesen.
Sichtbarkeit & Attraktivität: Unsere Kampagnen machen unterrepräsentierte Stimmen sichtbar und positionieren Stiftungen als attraktive Arbeitgeberinnen. So ermutigen sie Nachwuchskräfte, Teil des Stiftungswesens zu werden.
Mit dem Förderprogramm „Vielfalt stiften“ zeigen wir Wege auf, wie diversitätsorientierte Organisations- und Personalentwicklung im Stiftungswesen gelingen kann. Der Handlungsansatz basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis von Vielfalt und berücksichtigt unterschiedliche, miteinander verflochtene Diversitätsdimensionen (Intersektionalität), die sich im Zeitverlauf verändern können.
Diversitätsförderung ist dabei als proaktiver und rassismuskritischer Prozess angelegt, der Elemente des Gender- und Diversity-Mainstreamings miteinander verbindet.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Merkmal der Migrationserfahrung bzw. ‑biografie. Darunter fallen sowohl migrantisierende Selbst‑ als auch Fremdzuschreibungen. Dieses Vielfaltsmerkmal ist das zentrale Auswahlkriterium für die Förderung.
Das Projekt orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) Geschlechtergleichheit (5), weniger Ungleichheiten (10) und Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (16). Starke Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (17) sind wiederum ausschlaggebend für den Erfolg des Vorhabens. Hierunter verstehen wir den Aufbau kollaborativer Strukturen, die grundlegend sind, um die Mission der diversitätsorientierten Entwicklung umzusetzen.
Mit dem Programm „Vielfalt stiften“ ermöglicht die Deutschlandstiftung Integration Studierenden und Absolvent:innen mit Migrationsbiografie, dreimonatige Hospitationen in kooperierenden Stiftungen zu absolvieren. Die Hospitationen eröffnen praxisnahe Einblicke in das Stiftungswesen und bieten die Chance, aktiv an der Gestaltung einer vielfältigeren Stiftungslandschaft mitzuwirken.
Die Hospitationen werden durch ein pädagogisches Begleitprogramm ergänzt. In Workshops und Seminaren – vor Ort und digital – erhalten die Teilnehmenden Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und persönliche Weiterentwicklung. Gleichzeitig setzen sie sich mit zentralen Fragen des Stiftungswesens und der Diversitätsarbeit auseinander und bringen ihre eigenen Perspektiven ein.
Im Anschluss an die Hospitation können Teilnehmende ein optionales Mentoring beginnen. Das Angebot richtet sich an Alumni:ae des Programms und bietet eine individuelle Begleitung durch erfahrene Fach‑ und Führungskräfte aus dem Stiftungssektor und der Philanthropie.
Das Mentoring unterstützt die berufliche Orientierung sowie die persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Es hilft dabei, die im Programm gewonnenen Erfahrungen gezielt in weitere Karrierewege zu überführen, fördert nachhaltige Vernetzung und erleichtert den Übergang in neue berufliche Rollen.
Als ich nach Einstiegsmöglichkeiten im Stiftungswesen suchte, wirkten viele Räume zunächst fremd – wegen fehlender Repräsentation und oft auch elitärer Zugänge. „Vielfalt stiften“ hat mich darin bestärkt, weiterzugehen: Das Programm adressiert bestehende Barrieren, eröffnet echte Zugänge und gibt Stiftungen wichtige Impulse, ihre Strukturen diversitätsorientiert weiterzuentwickeln.
Die Bewerbungsphase endet am 10. Mai 2026. Die Auswahlgespräche finden vom 26. Mai bis 12. Juni statt.
Die Bewerbung für eine Hospitation im Stiftungswesen steht allen offen, die die Teilnahmevoraussetzungen (siehe FAQ) erfüllen.
Wer sich für eine Hospitation interessiert, findet hier eine kurze Einführung in den Aufbau und die Funktionsweise von Stiftungen.
Für eine Hospitation bei „Vielfalt stiften“ gelten folgende Voraussetzungen:
Ein zentrales Anliegen des Programms ist die stärkere Einbindung von Perspektiven, die aufgrund eigener oder familiärer Migrationserfahrungen oft unterrepräsentiert sind. Daher suchen wir gezielt nach Personen, die durch diese Erfahrungen die Stiftungslandschaft bereichern können.
Bewerber:innen sollten sich mindestens im Bachelorstudium befinden, dieses bereits abgeschlossen haben oder sich in einem weiterführenden Studium (z. B. Master, Promotion) befinden. Auch Berufseinsteiger:innen und Young Professionals mit abgeschlossenem Hochschulstudium sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben. Ziel ist es, Personen zu fördern, die die formalen Kriterien für eine zukünftige Laufbahn im Stiftungswesen erfüllen oder diese nach ihrem angestrebten Abschluss erfüllen werden. Ein Interesse am deutschen Stiftungssektor und eine damit verbundene berufliche Orientierung sind dabei von Vorteil.
Neben den formalen Anforderungen legen wir Wert auf gesellschaftliches Engagement in seinen vielfältigen Formen. Dazu gehören neben ehrenamtlicher und zivilgesellschaftlicher Arbeit auch Sorge‑ und Unterstützungsarbeit sowie anderes selbstverantwortliches Engagement für das Gemeinwohl.
Wir erwarten von den Bewerber:innen eine hohe Motivation, Offenheit für neue Perspektiven und eine Bereitschaft, sich intensiv mit den Strukturen und Aufgaben im Stiftungssektor auseinanderzusetzen. Neugierde und die Fähigkeit, sich in komplexe Themen einzuarbeiten, sind wichtige Eigenschaften für eine erfolgreiche Hospitation.
Jede teilnehmende Stiftung hat möglicherweise zusätzliche spezifische Anforderungen an die Bewerber:innen, die je nach Einsatzgebiet, fachlichem Fokus oder Arbeitsumfeld variieren können. Diese Anforderungen sind in den individuellen Ausschreibungen für jede Hospitationsstelle beschrieben. Es lohnt sich daher, sich gründlich über die jeweiligen Rahmenbedingungen der Hospitation zu informieren, um die beste Passung herauszufinden.
Der Bewerbungsprozess erfolgt in zwei Schritten:
Über das Online-Bewerbungsformular können Interessierte ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen, bestehend aus Anschreiben (max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen), Lebenslauf und relevanten Zeugnissen einreichen.
Nach Bewerbungsschluss werden alle Unterlagen sorgfältig von der DSI und ggf. Vertreter:innen der jeweiligen Stiftungen gesichtet. Geeignete Kandidat:innen erhalten im Anschluss eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch. Falls das Gespräch vor Ort durchgeführt wird, übernehmen wir selbstverständlich die anfallenden Reisekosten. Nähere Informationen erhalten Sie zu gegebener Zeit mit Ihrer Einladung.
Die Inhalte der Ausschreibungen werden von den teilnehmenden Stiftungen zur Verfügung gestellt. Auch wenn nicht alle Stellenanforderungen der jeweiligen Ausschreibung erfüllt werden, möchten wir Sie ausdrücklich dazu ermutigen, eine Bewerbung einzureichen. Wir akzeptieren Mehrfachbewerbungen. Sie können sich somit für alle Hospitationen bewerben, die für Sie interessant erscheinen.
Nein. Die Hospitationen mitsamt Begleitprogramm sind ausschließlich in Vollzeit (40 Stunden/Woche) möglich.
Ja. Sie werden ein Gehalt in Höhe des gesetzlichen Mindestlohns für Ihre geleistete Arbeitszeit erhalten (Exklusive Begleitprogramm: 32 Stunden/Woche).
Die Arbeitssprache in den Stiftungen ist Deutsch. Eine Bewerbung auf Englisch ist daher nicht möglich.
Ja. Sie können sich auch auf mehrere Hospitationen bewerben. In diesem Fall füllen Sie bitte das Bewerbungsformular für jede Ausschreibung neu aus.
Nein. Das Programm richtet sich an Studierende und Personen, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben. Für einzelne Ausschreibungen können allerdings andere Vorgaben gelten. Beachten Sie daher bitte auch die Angaben in den Einzelausschreibungen.
Zur Umsetzung von „Vielfalt stiften“ sind deutsche Stiftungen eingeladen, das Projekt finanziell oder ideell zu unterstützen. Neben Partnern wie der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Mercator werden weitere Fördernde gesucht, um die kollaborative Idee dieses Vorhabens zu realisieren.
Kooperierende Stiftungen erhalten die Möglichkeit, die diversitätsorientierte Weiterentwicklung des deutschen Stiftungswesens aktiv mitzugestalten – unabhängig von ihrer Rechtsform (z. B. Treuhandstiftung, rechtsfähige Stiftung, Stiftungs‑GmbH oder Stiftungsverein).
Gewinnen Sie neue Perspektiven, stärken Sie Ihre diversitätsorientierte Personal- und Organisationsentwicklung und werden Sie Teil eines wachsenden Netzwerks engagierter Stiftungen.
Bei Fragen zu Möglichkeiten der Unterstützung des Projektvorhabens und/oder einer Teilnahme am Hospitationsprogramm stehen wir gerne telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.
Ansprechperson und Projektleitung: Matthias Dederichs
Tel.: +49 30 54 70 70 518
Mail: vielfalt-stiften@deutschlandstiftung.net
Nur wenn die gesellschaftliche Perspektivenvielfalt im Stiftungswesen abgebildet wird, können passgenaue Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit gefunden werden. Lassen Sie uns mit „Vielfalt stiften“ gemeinsam für zentrale Werte wie Diversität, Chancengleichheit und Gerechtigkeit eintreten.
Abschließend möchten wir darum bitten, die allgemeinen Datenschutzhinweise für das Projekt "Vielfalt stiften – Gemeinsam für ein diversitätsorientiertes Stiftungswesen" zur Kenntnis zu nehmen.