Geflüchtete Ukrainer:innen in Deutschland – engagiert und voller Potenzial. Mit unserem Förderprogramm Fast Track fördern wir das soziale Engagement junger Ukrainer:innen und stärken ihre Integration. Über 90 Teilnehmende setzen bundesweit Projekte mit sozialer Wirkung um: Sprachlern-Apps, Workshops für Familien, rechtliche Beratung oder Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg. So entstehen Räume für Begegnung, Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe. Fast Track begleitet die Teilnehmenden in einem 14-monatigen Programm mit Trainings, Coachings, Mentoring und Vernetzung. Mit der Stronger Together-Kampagne machen wir ihr Engagement sichtbar: Ukrainer:innen bringen Ideen, Fachwissen und Motivation ein. Integration gelingt dort, wo Menschen sich begegnen, voneinander lernen und gemeinsam gestalten. Seit 2023 wird Fast Track aus Mitteln der EU, des Bundes und der Stiftung Mercator gefördert.
Portrait Fotos: DSI / Pavlo Sepi
Yevheniia kommt aus Kyjiw und lebt seit März 2022 in Essen. Nach dem Philosophie-Studium in der Ukraine war sie als PR-Managerin tätig. Das Projektthema, mit der sie sich für die Teilnahme am Fast Track im Herbst 2023 beworben hat, ist: Informationsunterstützung für ukrainische Geflüchtete. Dafür hat sie einen Informationskanal "Rund um Essen" für Ukrainer:innen in Essen & Ruhrgebiet entwickelt: Zur Initiative. Sie recherchiert und veröffentlicht (in ukr und dt. Sprache) Infos zu Fragen des alltäglichen Lebens in NRW und Informationen zu Veranstaltungen in der Region rund um Essen, die für die dort lebende ukrainische Community hilfreich sein könnten.
Als in der Ukraine ausgebildeter Rechtsanwalt mit Berufserfahrung kam Maksym im März 2022 aus Kyjiw nach Berlin. Durch das Programm Fast Track erhielt er nach eigenen Aussagen entscheidende Impulse für seine persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Er verschaffte sich Klarheit darüber, wie er seinen Jura-Abschluss in Deutschland nutzen kann, und beginnt im März 2025 ein Masterstudium in Deutschem und Europäischem Recht. Zudem engagiert sich Maksym gesellschaftlich. Für das nächste Jahr plant er, als Bürgervertreter im Migrationsrat Lichtenberg zu kandidieren.
Rena Shyrinova stammt aus Donezk und lebt heute in Neukirchen-Vluyn. Sie hat einen Bachelor in Finanzwissenschaften und einen Master in Anglistik und Literaturwissenschaft. In Deutschland engagiert sie sich ehrenamtlich und beruflich im Bereich Integration und Arbeitsmarktunterstützung für Geflüchtete. Mit ihrer Erfahrung als Projektmanagerin verfolgt sie klare Ziele: Projektmanagement-Kompetenzen ausbauen, besonders in Animation, Gaming und Softwareentwicklung. Dafür sammelt sie praktische Erfahrung durch Freiwilligenarbeit, Weiterbildungen und Praktika. Ein zentrales Anliegen ist ihr die Integration ukrainischer Geflüchteter ab 35 Jahren mit geringen Sprachkenntnissen. Sie unterstützt sie beim Bewerbungsprozess und Zugang zu beruflichen Chancen. Zudem coacht sie Geflüchtete im IT-Bereich beim Verein Imagine e.V. und teilt Tipps zur Jobsuche auf LinkedIn. Aktuell interessiert sie sich verstärkt für Nachhaltigkeit und bleibt trotz Job und Sprachkurs ehrenamtlich aktiv. Zu einer Berichterstattung in der Rheinischen Post.
Tetiana Tuzhylina stammt aus Sumy in der Ukraine und lebt seit 2022 in Heidelberg. Sie hat Wirtschaftskybernetik studiert und befindet sich aktuell in einer beruflichen Orientierungsphase. Sie interessiert sich besonders für IT und IT-Marketing. Im Fast-Track-Programm hat sie das Projekt „Digitale Sicherheit für Senioren“ gestartet, um älteren Menschen digitale Grundkenntnisse zu vermitteln. Zwischen März und Juli 2025 leitete sie wöchentliche Kurse für ukrainische Senior:innen und vier Workshops für deutschsprachige Teilnehmende. Die positiven Rückmeldungen motivieren sie, das Projekt auszubauen und perspektivisch freiberuflich, z. B. in Kooperation mit Volkshochschulen, anzubieten. Tetiana möchte älteren Menschen mehr Sicherheit im Umgang mit Technik ermöglichen und schätzt Mentoring als Raum für Feedback, Motivation und Austausch.
Iryna Rypianchyn kommt aus Solotschiw in der Region Lwiw (Ukraine) und lebt derzeit in Berlin. Die 25-jährige Iryna ist Dolmetscherin, Kultursprachmittlerin und Dichterin. Sie hat Englische Sprache und Literatur studiert und sich bereits während ihrer Studienzeit sozial engagiert. Seit April 2022 engagiert sie sich als Sprachmittlerin bei JOHANNITER-UNFALL-HILFE e.V.. Iryna interessiert sich sehr für gesellschaftlich-politisches Engagement und verbindet dabei Sprache, Kultur und soziale Verantwortung. Sie möchte mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten Brücken zwischen Deutschland und der Ukraine bauen. Im Rahmen des Fast Track-Projekts initiierte Iryna eine Veranstaltungsreihe zur Finanzbildung – FinUp, die sie gemeinsam mit einem anderen Teilnehmer von Fast Track umsetzt. Ziel der Reihe ist es, praktisches Wissen rund um Finanzfragen den Ukrainer_innen in Deutschland zu vermitteln. Themen wie Steuererklärung, Versicherungswesen, Selbstständigkeit, Gründung, Investitionen und passives Einkommen – Begriffe, die viele kennen, aber selten in die Praxis umsetzen können.
Yurii Boiko stammt aus Uman, Ukraine, und lebt seit 2022 in München, Bayern. Er ist Senior Consultant im Bereich SAP-Security und Berechtigungen bei Protiviti GmbH und studiert parallel Betriebswirtschaftslehre an der Ukrainischen Freien Universität München. Sein Fachschwerpunkt liegt im SAP-Systemmanagement, in dem er mehrere Zertifizierungen erfolgreich absolviert hat. Yurii verfolgt eine klare berufliche Vision: den Aufbau eines eigenen Unternehmens im Bereich IT oder Beratung. Sein Interesse gilt insbesondere innovativen Projekten an der Schnittstelle zwischen Technologie, Wirtschaft und gesellschaftlichem Engagement.
Olena Dubenets stammt aus Winnyzja, Ukraine, und lebt seit 2022 in München. Die engagierte junge Frau hat Politikwissenschaft an der Vasyl-Stus-Universität Donezk studiert und absolviert derzeit ein Masterstudium in Internationalen Beziehungen an der Ukrainischen Freien Universität in München. Parallel dazu arbeitet sie als selbstständige Senior Social Media Marketing Managerin und entwickelt ihre eigene Agentur weiter.Im Rahmen des Fast Track-Programms arbeitet Olena gemeinsam mit Yurii Boiko an einem Projekt zur Stärkung des Bundes ukrainischer Studenten in Deutschland e.V.. Ziel ist es, durch kulturelle und bildungsbezogene Veranstaltungen die Integration ukrainischer Jugendlicher in Deutschland zu fördern, das Bewusstsein für ukrainische Kultur zu stärken und eine Plattform für Studien- und Karriereförderung auszubauen.
Karyna Holumbiovska kommt aus Mykolaiv in der Ukraine und lebt derzeit in Berlin. Die 30-Jährige hat einen Masterabschluss in Management und bringt Berufserfahrung als Projektmanagerin mit. Besonders engagiert sie sich für Geflüchtete und deren Integration in Deutschland. Karynas berufliche Vision verbindet Gesundheit, Kultur und digitale Innovation. Sie bietet praxisorientierte Formate zur Förderung der mentalen und körperlichen Gesundheit an, zum Beispiel Frauentreffen mit Meditation und Yoga, Lesungen von Gedichten oder Filmvorführungen, die sie gemeinsam mit dem Verein Zentralverband der Ukrainer in Deutschland organisiert. Nach ihrer Teilnahme am Fast Track-Programm absolvierte Karyna zusätzlich ein dreimonatiges Praktikum bei Fast Track.
Serhii kommt aus Mariupol und lebt seit Juli 2022 in Berlin. Er war bereits vor der Flucht als Aktivist und Künstler aktiv und spielte in dem Dokumentarfilm “Anja und Serjoscha” (2018) von Ivette Löcker über die Jügendliche in der ostukrainischen Stadt Mariupol mit, hier geht's zum Film. Mit Ansätzen für gemeinschaftliche Begegnungen möchte er auch in Deutschland der Einsamkeit entgegenwirken, ob im städtischen oder im ländlichen Raum. Das Projekt zielt darauf ab, ältere Menschen aktiv einzubinden, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu nutzen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung der Entwicklung der ukrainischen Kunst und Kultur, um künstlerische Ausdrucksformen zu unterstützen und zu verbreiten. Durch diese Maßnahmen wird auch die Integration in die deutsche Gesellschaft gefördert und die ukrainische Diaspora gestärkt und diversifiziert. Zur Initiative.
Daria kommt aus Charkiw und lebt in Landau, Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit einer anderen Fast Track Teilnehmenden war sie zunächst an einem Projekt beteiligt, das Internet für ältere Menschen zugänglicher macht und ihre digitale Kompetenzen stärkt. Nachdem sie sich außerdem mit dem Frauennetzwerk Pfalz verbündet hat, haben sie gemeinsam den International Woman Circle ins Leben gerufen, welcher durch diverse Formate Vernetzung und Austausch migrantischer Frauen in der Region fördert. Im Rahmen dessen wurde im Frühling 2025 beispielsweise die sogenannte Landauer Frauenmesse durchgeführt. In der nach und nach wachsenden Community beteiligen sich auch Frauen, die bereits länger in Deutschland leben und ihre Erfahrungen mit den Neuankömmlingen teilen.
Die Unternehmen EDEKA, Coca-Cola und Mercedes-Benz unterstützen die Deutschlandstiftung Integration als strategische Partner. Nach 10 Jahren Unterstützung als Unternehmenspartner ist die Deutsche Telekom seit 2022 Spendenpartner der DSI. Das langfristige Engagement macht die erfolgreiche Arbeit der Stiftung erst möglich und verdeutlicht, welche Bedeutung das Thema Integration für die Wirtschaft in Deutschland hat.
Neben der finanziellen Förderung engagierten sich die Partner seit Jahren aktiv im Stipendienprogramm GEH DEINEN WEG, beispielsweise durch die Vermittlung von Mentoren oder die Organisation von Seminaren und Fortbildungen für unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten.