Journalismus war für mich immer mehr als Fakten sammeln und weitergeben. Es geht auch ums Erzählen – mit Bewusstsein dafür, wer spricht, wer nicht gehört wird und warum. Angefangen habe ich beim Deutschlandfunk Kultur, in der Redaktion und mit Features über Crossdressing sowie einem Podcast über die Weltbilder von Silicon-Valley-Milliardären. Von dort ging es Richtung investigativer Recherche – mit einem Fellowship bei Paper Trail Media. Im Lede-Programm an der Columbia University kamen Datenjournalismus und Datenvisualisierung dazu. Zuletzt folgte mein Master am Centre for Research Architecture in London, wo ich in der Forschungsgruppe Forensic Architecture zu Polizeigewalt recherchiert habe: durch räumliche Analysen, digitale Rekonstruktionen und Visual Investigations. Das hat mir gezeigt, wie viel investigatives Potenzial in ungewöhnlichen Methoden steckt – und warum ich bewusst in verschiedenen Formaten arbeite: Radio, Podcast, Online, Video.
Ich will Journalismus, der Machtstrukturen hinterfragt und komplexe Zusammenhänge verständlich macht, ohne sie zu vereinfachen. Ein Projekt, mit dem ich das versucht habe, ist der Deutschlandfunk-Kultur-Podcast TechBroTopia, an dem ich mitgewirkt habe. Darin sezieren wir die Ideologien hinter Silicon-Valley-Unternehmern – Leute, die lange als harmlose Nerds galten und deren Ideen inzwischen offen autoritäre Züge tragen. Begriffe wie Akzelerationismus oder Longtermismus machen wir greifbar, ohne dass man dafür eine Vorlesung besucht haben muss.
Aktuell recherchiere ich weiter zu KI-Ideologien beim Deutschlandfunk Kultur und bin Reporting Fellow bei Lighthouse Reports, mit Fokus auf Tech und Accountability.