Welche Erfahrung hat meinen Blick auf Journalismus am meisten geprägt? Der Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011. Ich war noch jung – und doch in der Lage, einen wichtigen Unterschied zu erkennen: den Gegensatz zwischen Journalismus, der versucht, die Welt so zu verstehen, wie sie ist, und Propaganda, die sie so zeichnet, wie eine Macht sie dargestellt sehen will. Über Jahre hinweg faszinierte mich der Mut von Kriegsreporterinnen und -reportern.
Dann musste ich Syrien verlassen. 2015 kam ich über die Balkanroute nach Deutschland. 2018 erschien mein erster veröffentlichter Text bei der ZEIT. Darin ging es um eine fiktive Rückkehr in das zerstörte Viertel im Süden von Damaskus, in dem ich aufgewachsen bin.
An der Humboldt-Universität zu Berlin habe ich Geschichte und Volkswirtschaftslehre studiert. Zugleich sammelte ich erste redaktionelle Erfahrungen als Werkstudent beim Wirtschaftsmagazin Business Insider. Hinzu kam ein Praktikum im SPIEGEL-Ressort GESCHICHTE.
Danach folgte die Ausbildung an der Axel Springer Academy. Zunächst berichtete ich für WELT im Auslandsressort über Syrien, den Nahen Osten und das Elend in Gaza. Anschließend wechselte ich in das Investigativ-Team, wo ich mich vor allem mit Sicherheitsfragen beschäftigte: Terrorplots, -netzwerke und Spionage.
Zwar schreibe ich oft über Krieg und Gewalt, doch in Wirklichkeit treibt mich vielmehr der Frieden an. Mir schenkt nichts so viel Erfüllung, wie über einen Ort zu berichten, der nicht mehr von Tod und Elend heimgesucht wird.