Dialogforum Deutsche Islam Konferenz#WirAlmanya. Perspektive eines jungen Islams in Deutschland

Vom 30.10.-1.11. luden die Bertelsmann Stiftung und die Deutschlandstiftung Integration junge Musliminnen und Muslime zur Online-Konferenz #WirAlmanya. Perspektive eines jungen Islams in Deutschland ein.

In vier Schritten entwickelten die jungen Menschen eine Vision, wie muslimisches Leben in der Zukunft gestaltet werden kann.

Abschließend definierten die Teilnehmenden ihre Forderungen an Politik, Zivilgesellschaft, Medien und Bildungseinrichtungen, die der im Bundesministerium für Bau und Heimat für die Deutsche Islam Konferenz zuständige Staatssekretär Dr. Markus Kerber am Sonntagnachmittag persönlich in Empfang nahm.

Die Ergebnisse wurden in einem Thesenpapier zusammengefasst und stehen im Pressebereich zum Download zur Verfügung. Die Publikation möchte die sehr unterschiedlichen Perspektiven abbilden, die in die Diskussionen der Veranstaltung einflossen. 

Die #WirAlmanya-Tagung

Der Islam ist ein selbstverständlicher Teil des Alltags in Deutschland. Doch was bewegt junge Musliminnen und Muslime, wenn es um ihren Glauben geht? Welche Vorstellungen haben sie von einem Islam in Deutschland? Was bedeutet es für junge Menschen in der Bundesrepublik, Muslimin oder Muslim zu sein, unabhängig davon, ob und wie sie ihren Glauben praktizieren? Ist es eine Frage der Identität jenseits des Praktizierens? Und fühlen sie sich in der gesellschaftspolitischen Debatte um den Islam repräsentiert? Diese und weitere Fragen rund um Identität, Repräsentanz und Partizipation diskutierten die 40 Teilnehmenden zwischen 19 und 35 Jahren.

Der Stiftungsratsvorsitzende der Deutschlandstiftung Integration Bundespräsident a.D. Christian Wulff eröffnete die Veranstaltung am Freitagabend mit einem Grußwort. Darüber hinaus sprachen die Teilnehmenden mit der Bestsellerautorin Kübra Gümüşay und der Doktorandin und Vorstandsvorsitzenden von MOSAIQ Hamburg Sally Mary Riedel über ihre Erfahrunge.

Das Ergebnis dieses intensiven Austausches waren To-do-Listen an Zielgruppen, die die Teilnehmenden zuvor im Plenum festlegten. Diese waren Politik, (muslimische) Zivilgesellschaft, Bildungseinrichtungen und Medien.

Dr. Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat nahm die Ergebnisse im Rahmen einer Abschlussdiskussion in Empfang.

Zentrale Ergebnisse der Veranstaltung

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die zum Teil sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema deutlich. Dabei traten insbesondere drei Aspekte in den Vordergrund, die den Teilnehmenden der #WirAlmanya-Tagung auf dem Weg zu einem Normalität beanspruchenden Islam in Deutschland besonders wichtig sind:

1. Der Islam in Deutschland ist vielfältig und vielstimmig
In dieser Vielfalt liegen eine Stärke und Ressource dieser Weltreligion in Deutschland: Debatten über Glaubensfragen können sehr kontrovers zwischen verschiedenen Lesarten des Islams geführt werden.

2. Gesellschaftliche Anerkennung und Abbau von Diskriminierung
Im Alltag erleben sich die jungen Frauen und Männer häufig als Objekte externer Zuschreibungen und vornehmlich auf ihr „Muslimischsein“ reduziert. Dabei wird der islamische Glauben meist als Problem betrachtet, nicht als soziale Ressource und Bereicherung für die Gesellschaft. Durch diskriminierende Zuschreibungen werden nicht zuletzt soziale Barrieren geschaffen, die Bildungs- und Karrierewege erschweren.

3. Selbstbestimmte Religionsausübung
Die #WirAlmanya-Tagung hat gezeigt, dass es jungen Musliminnen und Muslimen in Deutschland sehr wichtig ist, selbst zu entscheiden, ob und wie sie ihre Religion leben möchten. Großen Wert legen die Teilnehmenden zudem darauf, als (junge) muslimische Community auch die Repräsentation von Musliminnen und Muslimen in der Öffentlichkeit mit zu prägen und in den Verbänden vertreten zu sein.

Darüber hinaus formulierten die jungen Musliminnen und Muslime in regen und durchaus kontroversen Debatten ihre Vision, wie ein zur Normalität gewordenes muslimisches Leben in zehn Jahren aussehen könnte. Diese sind in der Publikation in der verdichteten Form von zehn Thesen skizziert.

Download des Thesenpapiers