CORONA STOPPEN

Die Aufklärungsinitiative auf Türkisch und Arabisch

Die Corona-Pandemie stellt weiterhin eine Herausforderung für alle Lebensbereiche dar. In dieser kritischen Zeit ist es wichtig, dass alle Menschen Zugang zu niedrigschwelligen Informationen über die Pandemie und sicheres Verhalten erhalten. In Deutschland sind etwa 3,4 Millionen Menschen türkeistämmig und etwa 2 Millionen Menschen arabischsprachig. 

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie für Antirassismus arbeitet die Deutschlandstiftung Integration gemeinsam mit Medienpartnern daran, dass Informationen rund um die Corona-Pandemie insbesondere auf Türkisch und Arabisch aufbereitet und so platziert werden, dass die Zielgruppen mit für sie relevanten Nachrichten erreicht werden.  

Hierbei geht es nicht nur um einfache Informationsvermittlung. Im Rahmen des Projektes werden aktuelle Fragestellungen aus der Bevölkerung aufgegriffen und in „Echtzeit“ bearbeitet. Gemeinsam mit dem Projektpartner Metropol FM werden Informationen in interaktiven und vielfältigen Formaten bereitgestellt. Zu diesen Formaten gehören Videos, Podcasts, Radio-Shows und auch Textbeiträge oder Graphiken in den sozialen Medien. 

Auf der türkischsprachigen Seite www.koronadur.de und auf der arabischsprachigen Homepage www.coronaarab.com sind die wichtigsten Informationen über die Pandemie in für alle leicht verständlicher Sprache gesammelt. 

Für weitere Informationen über das Projekt wenden Sie sich bitte an Maria Bergmann unter bergmann@deutschlandstiftung.net.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Seit dem Jahr 2021 wird das Impfverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen durch das Robert Koch Institut (RKI) im Verhältnis zueinander untersucht. Die empirischen Daten dieses sogenannten COVID-19-Impfquotenmonitorings unterstreichen die gesamtgesellschaftliche Relevanz der Aufklärungsinitiative „Corona Stoppen!“ nachdrücklich.

Die aktuellen Hintergrundinformationen verdeutlichen, dass es Unterschiede in Impfverhalten und -intention zwischen Menschen mit und ohne Migrationsbiografie gibt. Personen ohne Migrationsgeschichte weisen eine etwas höhere Impfquote als Personen mit Migrationsgeschichte vor. Demgegenüber ist die Impfbereitschaft unter den aktuell Ungeimpften bei Personen mit Migrationsgeschichte höher. Dieser Sachverhalt wirkt ambivalent, kann jedoch erklärt werden. 

Die geringere Impfquote von Menschen mit Migrationsgeschichte kann auf sozioökonomische Merkmale wie Bildung und Einkommen sowie das Alter der Bevölkerungsgruppe zurückgeführt werden. Des Weiteren sind Sprachbarrieren für einen Großteil der Impfquotenunterschiede verantwortlich. Laut RKI beeinflusst der Faktor Sprache die Impfquote stärker als der Faktor Migrationsgeschichte. Zu berücksichtigen sind außerdem Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte im Gesundheits- und Pflegebereich. 

Unsere Aufklärungsinitiative „Corona Stoppen!“ zielt darauf ab, dass Vertrauen in die Sicherheit der Impfung und in das deutsche Gesundheitssystem in migrantischen Communities zu steigern. Wir stellen uns Falschinformationen oder Verschwörungserzählungen rund um Impfung und Pandemie entgegen. Die zugrundeliegende Prämisse lautet, dass mit der Impfung Freiheiten zurückgewonnen werden können. Es ist wichtig, dass alle Menschen die Impfung als solidarische und gemeinschaftliche Maßnahme ansehen. “Corona Stoppen!” vermittelt das notwendige Fachwissen und alltagsnahe Praxistipps, sowohl zielgruppenspezifisch als auch in leichter Sprache auf Türkisch und Arabisch.  


Zusammenfassung jener Merkmale, die das Impfverhalten von Menschen mit Migrationsgeschichte beeinflussen:

Projektpartner

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung 

stellt Informationen in 23 Sprachen über die neusten Beschlüsse der Bundesregierung zur Eindämmung der Pandemie, praktische Hinweise zu Hygiene und Quarantäne sowie die wichtigsten Ansprechpartner bereit. www.integrationsbeauftragte.de/corona-virus

Metropol FM ist das einzige deutsch- und türkischsprachige Radio in Deutschland. Metropol FM sendet in 16 Städten und ist in seinen Sendegebieten das meistgenutzte Medienunternehmen innerhalb der türkisch-sprachigen Bürger:innen. Die kulturspezifische Ansprache, die Unterhaltung und Informationen aus Deutschland sind das Erfolgsrezept von Metropol FM. Metropol FM kooperiert mit der arabischsprachigen Mediengruppe BerlinInsiders.

Beratungsangebot auf Deutsch, Türkisch und ArabischMehrsprachige Corona-Infotage mit Impfaktion im Wedding und in Neukölln

Die Deutschlandstiftung Integration organisierte gemeinsam mit Metropol FM im Rahmen des Projekts „Corona Stoppen“ mehrere Infotage zur Corona-Pandemie im Gesundbrunnen-Center in Berlin Wedding und in den Neukölln Arcaden. Ein mobiles Impf-Team begleitete die Aktion in Neukölln. Es bestand die Möglichkeit, sich direkt vor Ort impfen zu lassen. Die Berliner Gesellschaft Türkischer Mediziner e.V. und arabischsprachige Ärzte und Ärztinnen unterstützen die Aktion.

Besucher und Besucherinnen der Einkaufszentren konnten im Gespräch mit den Gesundheitsexperten und Expertinnen Fragen klären und mögliche Bedenken ansprechen. So soll ein vertrauensvoller Rahmen geschaffen werden, in dem sich Menschen ohne Druck in ihren Muttersprachen informieren können.

Berliner Gesellschaft Türkischer Mediziner e.V. wurde 1983 mit dem Ziel gegründet, im Gesundheitsbereich den Integrationsprozess türkischsprachiger Menschen kompetent und kontinuierlich zu begleiten sowie die Gesellschaft für deren Anliegen zu sensibilisieren. Zu den Mitgliedern zählen Kliniker, niedergelassene Ärzte/Fachärzte, Zahnärzte, Psychologen, Apotheker, Pflegedienste, sowie Studierende.

Unsere Medienpartner