Jubiläumsveranstaltung Zehn Jahre Deutschlandstiftung Integration

am Mittwochabend hat die Deutschlandstiftung Integration mit Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft, aus Verwaltung und Kultur sowie aktuellen und ehemaligen Stipendiaten und Mentoren des GEH DEINEN WEG-Programms ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert. 2008 war die Stiftung auf Initiative der Zeitschriftenverleger gegründet worden, um Integration in Deutschland zu fördern. In der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, die neben EDEKA, Coca-Cola, der Postbank und Daimler Unternehmenspartner der Stiftung ist, begrüßte Vorstand Dr. Thomas Kremer die etwa 600 Gäste im voll besetzten Auditorium. „Sie bauen ein intensives Netzwerk auf“, sagte Kremer lobend über die Arbeit der Stiftung. 

Bundespräsident a.D. Christian Wulff betonte in seiner Ansprache, dass jede Generation in Deutschland mindestens eine große Aufgabe zu bewältigen habe. Die Aufgabe der Generation seiner Eltern sei der Wiederaufbau gewesen. Seine Generation habe an der Wiedervereinigung gearbeitet. Junge Menschen müssten heute dabei mithelfen, ein gutes Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft sicherzustellen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sollten nicht einfach nur Beispiele für eine gelungene Integration sein, sondern in Zukunft auch zu Vorbildern werden. „Ich habe den Traum, dass es diese Stiftung in 15 bis 20 Jahren nicht mehr braucht, weil alle Menschen in diesem Land die gleichen Chancen haben“, sagte Wulff.

Als Stiftungsratsvorsitzender stellte er auch eine deutschlandweite Anzeigen- und Öffentlichkeitskampagne vor, mit der die Deutschlandstiftung Integration im kommenden Jahr den 70. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes begleiten wird. Die Kampagne wird von der Berliner Werbeagentur antoni pro bono betreut. Mit jahresumspannenden Veranstaltungen will die Stiftung darauf aufmerksam machen, dass das Grundgesetz das Fundament für eine vielfältige und offene Gesellschaft ist. Deshalb werden Menschen mit Migrationsgeschichte für Artikel des Grundgesetzes werben, etwa die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer für Artikel 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. „Für mich ist das einer der schönsten Sätze der deutschen Sprache“, sagte Wulff.

Die Schirmherrin der Stiftung, Bundeskanzlerin Angela Merkel, musste wegen eines kurzfristig anberaumten Auslandstermins von Prof. Dr. Helge Braun vertreten werden. In seiner Festrede betonte der Kanzleramtsminister und Bundesminister für besondere Aufgaben, dass Integration ein gesellschaftliches Schicksalsthema für Deutschland sei. Ihm imponiere das GEH DEINEN WEG-Stipendienprogramm, weil es den Weg zum Erfolg für junge Menschen mit Migrationsgeschichte ein bisschen leichter mache. „Ich habe mich gefragt, warum ich eigentlich noch kein Mentor bin“, sagte Braun. 

Im Format eines Wohnzimmertalks sprach die Geschäftsführerin der Deutschlandstiftung Integration, Gonca Türkeli-Dehnert, mit dem Moderator des Abends, Michel Abdollahi, und fünf Stipendiaten über die Bedeutung des Grundgesetzes. Dabei erklärte Türkeli-Dehnert auch, warum die Kampagne „Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund“ vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert wird: „Wir wollten zeigen, wie man eine Wertediskussion gestaltet, die Menschen zusammenbringt. Wir haben deshalb mit dem Grundgesetz ein Thema in den Vordergrund gerückt, das alle Menschen, die in Deutschland leben, miteinander verbindet. Daher auch der inklusive Name der Kampagne: Ich lebe hier auf gutem Grund.“ Ein weiterer Kooperationspartner für die Kampagne ist das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.